Vorwort

Das Thema Fischkrankheiten ist eines der schwierigsten Themen in der Aquaristik und eines mit dem ich mich auf meiner Homepage nie befassen wollte.

Da ich jedoch schon mehrfach zu diesem Thema angesprochen wurde, komme ich nicht ganz darum umzu. Vorweg sei gesagt, ich bin kein Mediziner und werde somit auch keine Behandlungstips aussprechen. Dafür gibt es Fachleute, die man im Bedarfsfall zu Rate ziehen sollte. Jeder, der schon einmal eine Krankheit in seinem Aquarium bekämpfen mußte wird immer gerade das Präparat empfehlen, das er hoffentlich mit Erfolg genutzt hat. Es kann jedoch in einem anderen Becken mit anderem Besatz zu ganz anderen Ergebnissen führen. Ich denke hier nur an Mitbewohner wie Welse, Schmerlen, Krabben, Krebse oder an über lange Zeit aufgebaute biologische Filter. Ich werde mich darauf beschränken, die in Malawisee-Aquarien am häufigsten auftretenden Krankheiten, deren Ursachen, Anzeichen und Behandlungsmethoden zu beschreiben. Alles andere sei den Fachleuten überlassen.

Ursachen

Bricht im Becken eine Krankheit aus, wird zunächst der Schuldige gesucht. Wo hat man zuletzt einen Fisch gekauft, hat man eine Pflanze neu eingesetzt oder ist fremdes Aquariumwasser ins eigene Becken geraten? Obwohl verständlich, ist diese erste Reaktion falsch.Damit eine Fischkrankheit ausbrechen kann bedarf es zwei Faktoren:

  • Einen vorhandenen Krankheitserreger
  • Eine auslösende Ursache

Die Krankheitserreger der häufigsten Krankheiten der Malawisee-Cichliden werden, wie die Fische selber, von Aquarium zu Aquarium weitergegeben. Dieses ist ein ganz normaler Vorgang, vorausgesetzt dies geschieht unwissentlich und es ist kein Krankheitsbild zu erkennen. Gesunde Fische tragen die Erreger in sich, ohne das sie selbst davon Schaden nehmen und geben diese auch weiter. Zum Ausbruch von Fischkrankheiten bedarf es neben einem vorhandenen Erreger immer einer Ursache, die das Immunsystem der Fische schwächt und die massenhafte Vermehrung von Krankheitserregern ermöglicht.   Mögliche Ursachen können sein:

  • Streß beim Kauf, Transport und Einsetzen der Fische
  • Falsche Wasserwerte
  • Falsche Vergesellschaftung der Fische, die zu Streß führt
  • Keine Rückzugsmöglichkeiten und Verstecke für gestreßte Tiere
  • Überbesatz
  • Falsche Ernährung

Beachtet man diese Grundsätze, hat man als Aquarianer eigentlich kaum etwas mit Fischkrankheiten zu tun.

Krankheitsbild

Auf jeden Fall sollte man vermeiden schon geschwächte Tiere, die eindeutige Krankheitssymptome aufweisen, zu erwerben und in ein gesundes Becken zu setzen. Worauf sollte man also beim Kauf achten? Im Idealfall kennt man einen Züchter, kann sich an seiner Anlage umsehen und sich ein Bild von seinem Umgang mit den Fischen machen. Haben sie diese Möglichkeit nicht oder wollen Sie einen Fisch außerhalb seiner Zuchtumgebung kaufen, achten sie auf folgende äußere Merkmale:

  • Schwimmt der Fisch gerade im Wasser und hat er eine gerade Seitenlinie
  • Keine "klemmenden" Flossen
  • Keine trüben und keine hervorquellenden Augen
  • Keinen aufgeblähten und kein stark eingefallener Bauch
  • Klar umrissene Flossen
  • Keine rot unterlaufenden Flossen
  • Keine geröteten Hautstellen
  • Keine weißen Pünktchen, Knoten oder Pilsflechten auf der Haut
  • Kein weißer, geleeartiger, langfädiger Kot
  • Keine Entzündungen am After (Darmausgang)

Beachtet man diese Grundsätze, hat man als Aquarianer eigentlich kaum etwas mit Fischkrankheiten zu tun.

Vorbeugung

Die beste Vorbeugung gegen Fischkrankheiten ist eine artgerechte Haltung. Das heißt Einstellen der richtigen Wasserwerte, ausgewogene gesunde Ernährung und vor allem die Vermeidung von Streß. Auf keinen Fall sollten Sie regelmäßig Medikamente zur Vorbeugung gegen Krankheiten ins Wasser geben. Leider sind in einigen Packungsbeilagen Werte und Maßeinheiten für die sogenannte Vorbeugung von Krankheiten angegeben. Auch Bakterien und Parasiten werden mit der Zeit immun gegen Medikamente. Auch überhöhte Salzzugaben sind nicht der richtige Weg.

Ichthyophthirius multifiliis

Eine bei Malawi-Cichliden häufig auftretende Krankheit ist Ichthyo Der Krankheitserreger ist ein Ciliat (Wimperntierchen) Namens Ichthyophthirius multifiliis. Um den Krankheitsverlauf und deren Behandlung zu verstehen ist es sinnvoll, seinen Lebenszyklus einmal vorzustellen und zu beschreiben.. Der sogenannte Schwärmer sucht sich einen Wirtsfisch und dringt in die Fischhaut ein. Unter der Schleimhaut sitzend ernährt er sich von Zelltrümmern und Lymphe. Je nach Temperatur verbleibt er dort 18 Stunden bis 80 Tage. Wenn er mit ca. 1 mm ausgewachsen ist, löst er sich von seinem Wirt und fällt er zu Boden. Dort bildet sich um den Parasiten eine feste Kapsel, in der er sich durch Zellteilung bis zu 1000 mal vermehrt. Bricht die Hülle auf, werden die Schwärmer entlassen und müssen innerhalb von 48 Stunden einen Wirtsfisch finden. Während dieser Zeit ist eine Behandlung mit entsprechenden Präparaten möglich. Der Zyklus beginnt erneut.

Anzeichen:

Die an Ichthyo erkrankten Fische weisen am Körper, den Flossen und den Kiemen weiße Punkte auf. Die Fische scheuern sich an Gegenstände und haben eine unregelmäßige Atmung. Die Flossen werden "zusammengeklemmt" und die Fische magern immer mehr ab. Die Ichthyo ist ansteckend und kann in kurzer Zeit alle Fische im Aquarium befallen. Zusammen mit Ichthyo treten oftmals auch Sekundärinfektionen durch Bakterien und Pilze auf.

Behandlung :

Eine Behandlung gegen Ichthyo ist mit gutem Erfolg möglich. Hierzu werden meistens Mittel angewandt, die Malachitgrün enthalten. Malachitgrün ist ein wirkungsvolles Produkt für externe Parasiten- sowie Pilzleiden. Wenn man es zusammen mit Formaldehyd verwendet wird seine Aktivität verstärkt, dadurch ist weniger Malachit nötig. Einige Medikamente enthalten zusätzlich noch Methylenblau. Methylenblau ist eine stark färbende, kristalline Substanz mit antiseptischer und desinfizierender Wirkung. In frühen Phasen von Haut- und Kiemeninfektionen, aber auch bei leichten bakteriellen und durch Pilz verursachten Hautproblemen ist Methylenblau ein erprobtes Arzneimittel, das wegen seiner günstigen Verträglichkeit vielfach eingesetzt wird Die Behandlung muß schnellstens erfolgen, da als Folge der Erkrankung die Nieren versagen, was den Tod des Fisches zur Folge hat. Das ganze Becken ist zu behandeln, da davon auszugehen ist, dass die anderen Fische ebenfalls infiziert sind. Der Filter muß bei der Behandlung unbedingt mitlaufen, da sich auch im Filter Schwärmer befinden. Medikamente, kann man sich im Fachhandel besorgen.

Eine Übersicht der bekanntesten Medikamente, deren Inhaltsstoffe und Wirkung, finden man auch auf Auch hier gilt: Lassen Sie sich vom Fachmann beraten und lesen sie die Verordnungs- und Packungsbeilagen.

Achtung:

Einige Welsarten, Schmerlen und Wirbellose vertragen eine Behandlung mit Malachitgrün nicht. Setzen Sie diese Tiere vor einer Behandlung in ein anderes Becken um.

Flagellaten

Auch eine Erkrankung durch Flagellaten kann bei Malawisee-Cichliden vorkommen Flagellaten (lat. flagellum = Peitsche, Geißel) sind einzellige, eukaryotische Lebewesen, die sich mit peitschenartigen Zellfortsätzen, Geißeln, fortbewegen. Flagellaten sind Mikroorganismen, die sich durch eine oder mehrere Geißeln fortbewegen. hexamita Flagellaten der Gattungen Hexamita und Spironucleus kommen normalerweise in geringer Anzahl im Darm von Fischen vor, ohne diese zu schädigen. Erst wenn sie sich massenhaft im Darm des Fisches ausbreiten können, kann man von einem krankhaften Befall sprechen. Ursache der Krankheit ist nicht das Vorhandensein von Flagellaten, sondern die Faktoren, die zu einer Massenausbreitung führen und den Fisch schwächen. Diese können sein: andere Krankheiten , ungeeignetes ballaststoffarmes Futter oder falsche Wasserwerte. Darum muß neben der medikamentösen Behandlung der Krankheit auch die Ursache gefunden und beseitigt werden, die zu einer Schwächung der Fische führte und so die Vermehrung der Parasiten ermöglichte.

Anzeichen:

Die erkrankten Fische ändern ihr bisher gewohntes Verhalten, werden scheu und träge, verändern ihre Farbe ins dunkle und fressen schlecht bis überhaupt nicht. Ihre Bauche sind zunächst -nicht in allen Fällen- aufgebläht und magern dann stark ab. Ihr Kot ist weiß und durchsichtig und bildet lange Fäden. Ursache ist ein entzündeter Darm und ein Entzug von Nährstoffen durch die in Massen auftretenden Parasiten. Oft können gleichzeitig weißliche, lochartige Erscheinungen in der Kopfregion der Tiere beobachtet werden. Man spricht dann auch von der Lochkrankheit.

Behandlung :

Eine ausreichende Behandlung ist mit Präparaten möglich, die den Wirkstoffe Metronidazol oder Nitroimidazolen enthalten und im Aquaristikfachgeschäft zu erhalten sind. Metronidazol hat eine abtötende Wirkung auf Erreger, die keinen Sauerstoff zum Leben benötigen (Anaerobier). Der Wirkstoff hemmt den Zellstoffwechsel der Bakterien und verhindert dadurch ihre weitere Vermehrung. Neben der medikamentösen Behandlung der Krankheit muß auch die Ursache gefunden und beseitigt werden, die zu einer Schwächung der Fische führte und so die Vermehrung der Parasiten ermöglichte. Eine Übersicht der bekanntesten Medikamente, deren Inhaltsstoffe und Wirkung, finden man auch auf Auch hier gilt: Lassen Sie sich vom Fachmann beraten und lesen Sie die Verordnungs- und Packungsbeilagen.

Achtung:

Wenn Sie über einen biologischen Filter filtern, sollte dieser während der Behandlung nicht mehr über das Becken laufen, da auch die nützlichen Bakterienstämme im Filter abgetötet werden. Filtern Sie während der Behandlung über einen mechanischen "Ersatzfilter".

Flossenfäule

vibrio

Die bakterielle Flossenfäule ist eine Krankheit, bei der das feine Gewebe der Flossenhäute von Bakterien der Gattungen Aeromonas, Pseudomonas und Vibrio befallen wird Diese Krankheit tritt verstärkt in Becken mit schlechten Wasserwerten auf. Dies kann eine eine zu kühle Halterung, ein falscher PH-Wert oder kein ausreichender Wasserwechsel sein. Darüber hinaus können aber auch in einen intakten Aquarium Fische Symptome der Flossenfäule aufweisen. Dieses ist oft der Fall, wenn ein unterdrücktes Tier unter Dauerstress steht. Erkrankte Tiere verenden in den meisten Fällen nicht an der Krankheit direkt, sondern werden von Ihren Artgenossen regelrecht zu Tode gehetzt.

Anzeichen:

Zunächst zeigen sich an den Flossenrändern milchige Trübungen. Mit Fortschreiten der Erkrankung fransen die Flossen immer mehr aus. Sie lösen sich immer mehr auf bis schließlich nur noch faulende Flossenstümmel übrig sind. Die Fische werden lethargisch und von aggressiven gesunden Artgenossen attackiert. Oft kommt es zusätzlich zu einer Schimmelpilzbildung (Saprolegnia, Achlya) und das Abfaulen der Flossen wird noch beschleunigt.

Behandlung :

Als erstes sollte das erkrankte Tier gefangen und in ein separates Becken umgesetzt werden. Dieses schützt die gesunden Tiere vor einer Ansteckung und das erkrankte Tier vor den Attacken der gesunden Tiere. Oft bringt das Umsetzen des erkrankten Tieres in ein Becken mit einer erhöhter Wassertemperatur (ca 26-29° C) schon Erfolg. Zusätzlich kann eine Salzbeigabe vorgenommen werden. Ist die Krankheit schon zu weit fortgeschritten oder zeigt sich zusätzlich noch eine Schimmelpilzbildung, gibt es im Fachhandel gute Heilmittel gegen die Flossenfäule. Zur Behandlung werden die befallener Fische in Quarantäne genommen und mit Bakterien abtötenden Medikamente behandelt. Von einer Anwendung im Aquarium ist dringend abzuraten, da Antibiotika die Filterbakterien töten und einige Fische und Wirbellose empfindlich reagieren können. Neben der medikamentösen Behandlung der Krankheit muß auch die Ursache für die Erkrankung zu gesucht und abgestellt werden. >Eine Übersicht der bekanntesten Medikamente, deren Inhaltsstoffe und Wirkung, finden man auch auf Auch hier gilt: Lassen Sie sich vom Fachmann beraten und lesen Sie die Verordnungs- und Packungsbeilagen.

Weitere Krankheiten

Neben den von mir beschriebenen Krankheiten können noch weitere Erkrankungen auftreten. Nach meiner Erfahrung treten diese aber höchst selten in einem gut gepflegten Malawisee-Cichliden Aquarium auf. Sollten sie den Verdacht haben, dass Ihre Fische an einer anderen Krankheit als auf dieser Seite beschrieben erkrankt sind, habe ich hier noch einige wertvolle Links aufgeführt: www.jameros.deFischkrankheiten Frei erhältliche Zierfisch-Medikamente und ihre Zusammensetzung