Die unterschiedlichen Ernährungsgewohnheiten

Karnivore (Fleischfresser)

Diese Cichliden ernähren sich in der Natur von kleinen Fischen und Wirbellosen.

Herbivore (Pflanzenfresser)

Pflanzenfressende Cichliden sind für die Aquaristik nicht von Bedeutung, da diese im See kaum vorkommen.

Omnivore (Allesfresser)/Limnivore (Aufwuchsfresser)

Diese beiden Ernährungsformen treten immer in dieser Kombination auf. Die Tiere ernähren sich in erster Linie von Aufwuchs, der die zahllosen Steine des Sees bedeckt. Bei Aufwuchs handelt es sich um Algen und die darin vorkommenden Kleinlebewesen. Die meisten Mbunas und Mbipi ernähren sich von Algen und den darin vorkommenden Kleinlebewesen.

Wie füttern?

Eine 100 % Richtlinie für das Füttern von Cichliden gibt es nicht. Jeder Aquarianer sammelt mit der Zeit seine eigenen Erfahrungen beim Füttern der von ihm gepflegten Arten.

Es gibt einige Grundsätze die man allerdings beachten sollte:

  • Jungfische zwei- bis dreimal täglich füttern.
  • Heranwachsende Tiere einmal täglich füttern.
  • Ausgewachsenen Tieren schadet es nicht, wenn sie 1- bis 2-mal die Woche gar nicht gefüttert werden.

Achtung: Geben sie den Fischen weitaus weniger als sie fressen würden. !!!

In der Natur fressen die Männchen während der 1-2 monatigen Brutphase nichts und sind danach buchstäblich am Ende. Es dauert oft bis zu einem Jahr bis die Tiere wieder kräftig sind, ihr Balzkleid anlegen und erneut brüten.

Werden die Tiere überfüttert brüten die Mannchen im Aquarium das ganze Jahr und die Weibchen werden pausenlos bedrängt. Bei den Weibchen führt eine Überfütterung zum Verlust des Paarungtriebes. Das hat zur Folge, dass balzende Männchen ständig ihre paarungsunwilligen Weibchen aggressiv bedrängen, was nicht selten mit dem Tod des so gestressten Weibchens endet.

Was füttern?

Nahrungsbedürfnisse der Cichliden

Die Nahrungsbedürfnisse der Fischgruppen sind in der folgenden Tabelle einmal zusammengefasst.

Da die meisten bei uns gepflegten Cichliden der Gruppen der Kanivoren und der Omnivoren/Limnivoren angehören sollten wir ein Futter reichen, dass 40-45% Protein und 5% Fett hat.

Gruppe Protein Fett Ballaststoffe Rohfaser
Herbivore'Pflanzenfressende Cichliden sind für die Malawiseeaquaristik nicht von Bedeutung, da es diese im See kaum vorkommen 12-30% 1-3% 54-70%
Limnivore

Aufwuchsfresser

Die Tiere ernähren sich in erster Linie von Aufwuchs (Algen)
30-40% 2-4% 39-45% 2-6%
Omnivore

Allesfresser

Die Tiere ernähren sich in erster Linie von Algen und den darin vorkommenden Kleinlebewesen.
32-40% 2-5% 36-52% 3-8%
Karnivore

Fleichfresser

Diese Cichliden ernähren sich in der Natur von kleinen Fischen (junge Mbuna, Utaka oder Seesardinen) und Wirbellosen.
45-75% 3-5% 5-39% 2-4%
Quelle: Erfolg mit Malawi- und Tanganjikabuntbarschen von Sabine Malke

Flocken- und Granulat-Futter

Der Fachhandel bietet heute ein reichhaltiges Angebot an Trockenfutter in Form von Flocken und Granulat für Cichliden an.
Flockenfutter gibt es als so genanntes Alleinfutter und als Grünfutter für Algen und Pflanzen fressende Fische.

Mein Tipp:

  • Mischen Sie diese beiden Flockenfutterarten im Verhältnis 2:1  
  • Flockenfutter lässt sich leicht zerreiben, wodurch es auch für Jungfische verwendbar ist.

Kaufen Sie nur soviel Futter wie Sie in 3 Monaten verbrauchen können. Einmal geöffnet, entweichen sehr schnell die im Futter enthaltenen Vitamine. Bei Raumtemperatur bleibt das Futter ca. 1 Monat, im Kühlschrank ca. 3 Monate frisch.

Mein Tipp:

  • Wer sich mit mehreren Aquarianern zusammentun kann, kann z. B. einen 10 Liter Eimer kaufen, das Futter aufteilen und so die Kosten ernorm minimieren.

Lebend- und Frostfutter Futtertiere

Auf einem abwechslungsreichen Speiseplan für Malawisee-Cichliden sollte auch Frost- und Lebendfutter nicht fehlen. Hersteller von qualitativ hochwertigem Frostfutter verwenden spezielle Verfahren zum Einfrieren, so dass die Tiere schonend tiefgefroren werden und somit ein nährstoffreiches Futter darstellen. Bei -18° hält sich Frostfutter mind. 1-2 Jahre, so dass man sich auch leicht einen entsprechenden Vorrat zulegen kann. Einmal auf- oder angetaut sollte das Futter nicht wieder verwendet werden.

Futtertiere können auch frisch verabreicht werden.
Auf den Speiseplan stehen u.a. schwarze oder weiße Mückenlaven, Wasserflöhe, Krill, Muscheln, Garnelen, Bachfohkrebse, Tubifex, Artemia.

Lebendfutter hält sich meist nur sehr kurz und muss daher schnell verfüttert werden.
Zum Thema Zucht von Futtertieren finden sich im Internet einige interessante Adressen.

Gemüse

Besonders Mbunas lieben pflanzliche Kost.
Gurken, Zucchini, Salat, Spinat gut gewaschen und bei Bedarf geschält stellen für Cichliden eine wertvolle Erweiterung der Nahrungspalette dar.

Selbstzubereitete Frostfuttermischungen

Eine gute und wirkungsvolle Methode eine abwechslungsreiche Ernährung zu bieten ist das Herstellen von eigenen Frostfuttermischungen.
Die Herstellung ist einfach und es lassen sich zahlreiche Rezepte ausprobieren

Zutatenliste
tierisch pflanzlich
Seelachsfilet Erbsen
Shrimps mit Schale Spinat
Nordseekrabben Paprika
Viktoriabarschfilet Karotten
Bachflohkrebse Brennnesseln
Muschelfleisch Petersilie

Auf keinen Fall sollte Rinderherz angeboten werden! *)

Nehmen Sie 1000g tierische Zutaten und 500g pflanzliche Zutaten der Zutatenliste. Pürieren Sie alle Zutaten, geben noch 50g Vitakalk und ca. 30 Tropfen Multi-Vitamine (aus dem Zoohandel) dazu und vermischen alles gut miteinander.
Zum Schluss kann man in 300ml aufgelöste Gelatine dazugeben. Füllen Sie den fertigen Futterbrei in Gefrierbeutel, die Sie zu flachen Tafeln formen. Vor dem Einfrieren die Futtertafeln 2 Stunden im Kuhlschrank lagern, damit die Gelatine bindet.
Zum Füttern können Sie kleine Portionen von der Tafel abbrechen und den Rest wieder in den Gefrierschrank legen.

*) Rinderherz ist für den Verdauungsapparat der Fische schwer verdaulich.
Die Fette und Eiweiße des Warmblüterfleisches müssen daher zum großen Teil durch die Nieren (Eiweiß) und die Leber (Fette) verarbeitet werden, was zu einer Schädigung dieser Organe führen kann.
Die führt zur Verfettung und als letzte Stufe zum Ausfall des betreffenden Organs.
Häufiger zeigen sich vorher bereits Stoffwechselstörungen
Weiterhin sind so gefütterte Fische sehr häufig besonders bullig