Lebensraum See:

Den Lebensraum der ostafrikanischen Seen kann man grob in 4 Zonen unterteilen:

1. Sandzone

2. Felsenzone / Geröllzone

3. Übergangszone
Die Übergangszone stellt den Übergang zur reinen Fels und Geröllzone dar, hier findet man Felsen wie auch Sand.

4. Freiwasserzone
Den Lebensraum See gilt es, entsprechenden der gepflegten Cichliden, im Aquarium nachzubilden.

Das Beckenvolumen :

Um den Fischen eine artgerechte Haltung zu bieten, sollte das Beckenvolumen an die Endgröße der Tiere angepasst sein.

Endgröße des Fisches Beckenvolumen
Bis 8 cm Ab 160 Liter
Bis 10 cm Ab 200 Liter
Bis 15 cm Ab 300 Liter
Bis 20 cm Ab 500 Liter
Bis 30 cm Ab 800 Liter
Bis 40 cm Ab 1500 Liter
Quelle: www.malawis-only.de

Keine Angst vor großen Becken. Der Pflegeaufwand für ein großes Becken ist nur unwesentlich höher als für ein kleines Becken. Auch die höheren Anschaffungskosten für ein "großes Becken" und für die technische Ausstattung im Vergleich zum kleineren Becken hält sich im Rahmen.

Mein Tipp:

  • Kleiner als 240 l sollte das Becken nicht sein. Ein Becken von 150 cm Kantenlänge ist hinsichtlich Einrichtung, Fischbesatz und Technik ein gut geignetes Beckenmaß.

Die Abdeckung:

In der Abdeckung untergebracht ist die Aqariumbeleuchtung. Die im Handel angebotene Abdeckungen sind oft sehr teuer. Man kann aber, mit ein bisschen Geschick, eine Abdeckung selber bauen.

Mein Tipp:
  • Von Vorteil sind abgehangenen Lampen. Man kommt schnell an und in das Becken und hat bei Pflege- und Säuberungsarbeiten eine gute Ausleuchtung des Beckens
Verzichten kann man auf keinen Fall auf eine Glasplatte, die das Becken abdeckt. Es kann sonst so mancher Fisch als Trockenfisch auf dem Fussboden enden.  

Der richtige Standort:

Zuerst sollte man darauf achten, dass so wenig wie möglich natürliches Licht in das Becken fällt. Direktes Sonnenlicht fördert das Algenwachstum und das Scheibenreinigen wird zur Daueraufgabe. Hinzu kommt, dass das Sonnenlicht bis zu 100-mal stärker sein kann als das Licht unserer Aquariumlampen. Unter solchen Umständen fühlen sich die Fiche nicht besonders wohl und bleiben schreckhaft. Man sollte das Becken möglichst weit vom Fenster entfernt aufstellen. Wenn möglich in den am schlechtesten vom Tageslicht ausgeleuchteten Teil des Raumes.

Das Wasser:

In den ostafrikanischen Seen ist ph-Wert und somit der Salzgehalt aussergewöhnlich hoch. Der pH-Wert liegt zwischen 7,5 und 9,0   Die Reinwasserdaten der Wasserwerke im Raum Bremerhaven:

Stand 08/2003 Bad Bederkesa* Kührstedt* Bremerhaven**
pH-Wert 7,47 8,83 7,36 - 7,78
Nitrat <1,0 4,0 0,2 -7,1
Chlorid 121 30 25 - 42
Härtebereich 12,2 dh 6,4 dh 8,3 - 9,5 dh

* Das Wasser ist von Natur keimfrei und nicht gechlort. **Je nach Wasserwerk

Die Wasserdaten zeigen, dass unser Leitungswasser ohne besondere Aufbereitung geeignet ist. Lediglich ein Aufhärten des Wassers durch Kalkgestein ist ratsam. Nach der Erstbefüllung des Aquariums sollte mit dem Einsetzen der Fische 14 Tage gewartet werden. Danach ist bei einen normal besetzten Becken alle 7 Tage 1/3 des Aquarienwassers auszutauschen. Keine Angst vor dem Urlaub. Ein gut gepflegtes Aquarium mit der richtigen Filtertechnik kann auch einmal 3 Wochen ohne Wasserwechsel überstehen. Dann heißt es aber nach dem Urlaub Bodengrund säubern und mind. 50% Wasserwechsel.

Der Bodengrund :

Da Cichliden sehr gerne graben und den Grund nach Nahrung durchsuchen, sollte der Bodengrund aus feinem, nicht zu hellem Sand bestehen. An groben Kies können sich die Fische leicht verletzen.

Mein Tipp:
  • Feiner gewaschener Wesersand ist gut geeignet

Die Steine :

Um den Cichliden ein artgerechtes Becken einzurichten, sollte man den natürlichen Lebensraum so gut wie möglich nachbilden. Steinaufbauten sind wichtige Versteck- und Rückzugsmöglichkeiten für brütende Weibchen oder für Weibchen wenn die Männchen zu aufdringlich werden. Die Steinaufbauten sollen so gestaltet sein, dass sich im Becken mindestens zwei Steinaufbauten befinden, die durch offene Sandflächen voneinander getrennt sind. Männliche Tiere können untereinander sehr aggressiv werden, wenn es um die Verteidigung ihres Reviers geht. Getrennte Steinaufbauten sind daher unerlässlich, wenn mehre männliche Tiere gehalten werden (auch unterschiedliche Arten). Die Steine so aufschichten, dass möglichst viele Höhlen und Verstecke entstehen. Die freien Sandflächen sind wichtig, da sie als Laichstätte genutzt werden, Man sollte die Steine fest auf eine etwa 3 cm Styroporunterlage stellen, denn die Fische sind äußerst grabefreudig und die Steine könnten sonst umkippen.

Mein Tipp:
  • Im Baustoffhandel wird heller Marmorkies von 3 cm bis 30 cm Durchmesser angeboten. Diese Steine stellen eine preisgünstige Alternative zu den doch recht teuren Steinen im Aquarienfachhandel da.

Der Hintergrund:

Ein Cichlidenbecken braucht eine "Verkleidung" der Rückwand und möglichst einer Seite. Lassen Sie das Glas nicht durchsichtig wie es ist, denn Cichliden brauchen stille Ecken, in die sie sich zurückziehen können. Für die "Verkleidung" des Glases gibt es verschiedene Möglichkeiten.

  • Ein Anstrich mit Farbe direkt von außen auf das Glas.
  • Das Anbringen einer Fotorückwand auf das Glas.
  • Das Aufstellen einer angestrichenen Styroporplatte hinter dem Aquarium.
  • Ein Einbau einer vorgefertigten Rückwand direkt ins Aquarium.
Mein Tipp:
  • Sehr schöne Rückwände, hinter denen man z. B Filter und Heizung unterbringen kann, lassen sich mit etwas Geschick leicht selbst gestalten. Holen sie sich als Vorlage den Katalog eines Herstellers von Rückwänden und suchen sich eine Vorlage aus. Als Grundgerüst dient eine dicke Styroporplatte, aus der sie mit einem scharfen Messer die Grundstruktur Ihrer Rückwand ausschneiden. Dann kleben Sie diese Grundform gut mit Aquariumsilicon in ihrem Becken fest. Jetzt modulieren Sie mit einem wasserfesten und umweltfreundlichen Fertigzementspachtel (oder fertigem Aquariumzement) unter Zuhilfenahme eines Pinsels die Feinstruktur der Rückwand. Nach dem Aushärten des Spachtels kann dieser mit Schleifpapier nachgeschliffen und geglättet werden. Nun wird als letzte Schicht ein mit Farbpigmenten versehener Epoxi-Harz aufgebracht. Diese Rückwand sieht nicht nur gut aus, sie ist auch leicht zu reinigen.

Die Pflanzen:

Die meisten Bereiche des Malawisees sind pflanzenfrei und so finden sich in einem natürlichen Malawibecken recht wenige Pflanzen. Wer dennoch Pflanzen in seinem Becken haben möchte, sollte darauf achten, dass er "barschbissfeste" Pflanzen setzt. Gut geeignet ist Vallisneria, die auch im Malawiesee vorkommt. Weiterhin geeignet sind die Anubias-Arten, der Javafarn und das Hornkrautalt

Die richtige Menge :

Es ist darauf zu achten, dass das Becken weder über- noch unterbesetzt ist.

Für den Optimalen Besatz eignen sich folgende Richtgrößen:

Beckengröße Größe des Fisches Besatz
200l Bis 10 cm 15 - 20 Fische
375l Bis 10 cm 25 - 30 Fische
540l Bis 10 cm 40 - 45 Fische
375l Bis 15 cm 12 - 16 Fische
540l Bis 15 cm 15 - 20 Fische
720l Bis 15 cm 20 - 25 Fische
540l Bis 20 cm 12 - 16 Fische
720l Bis 20 cm 15 - 20 Fische
720l Bis 25 cm 12 - 16 Fische
1000l Bis 25 cm 15 - 20 Fische
1000l  Bis 30 cm 12 - 16 Fische
Quelle: www.malawis-only.de

Darüber hinaus können einige Welse eingesetzt werden, die als Putzkolonne im Aquarium wertvolle Dienste leisten.

Überbesatz:

Das natürliche Revierverhalten geht verloren, Revierkämpfe mit oft tödlichem Ausgang drohen, unterdrückte und gestresste Tiere verblassen.
Unterbesatz:
Da sich die Fische gerne in Höhlen zwischen den Steinaufbauten zurückziehen "ist zu wenig Leben im Becken" und die Fische werden scheu

.

Die richtige Zusammenstellung :

Bei der Auswahl des Besatzes entscheidet der Geschmack des Aquarianers unter Berücksichtigung folgender Regeln:

  • Ruhige Fische nicht mit agilen und aggressiven Tieren vergesellschaften.
  • Große Raubfische nicht mit sehr kleinen Mbunas (Aufwuchsfresser) halten.
  • Verhältnis Männchen - Weibchen je Art beachten.

Das richtige Verhältnis:

Ich empfehle je nach Art ein Verhältnis von Männchen zu Weibchen von mindestens 1:2 , 1:3 , 2:4 oder 2:5 wobei die Anzahl an weiblichen Tieren auch höher sein kann. Unangebracht ist die Angst, dass die Farbenvielfalt der Fische verloren geht wenn überwiegend weibliche Tiere im Becken sind. Es gibt viele Arten bei denen die Weibchen mindestens genauso farbenprächtig gefärbt sind wie die Männchen.

Fische kaufen:

Woher die Tiere beziehen - Fachhandel oder Züchter? Hier kann ich keine grundsätzliche Aussage treffen. Es gibt Zoofachgeschäfte, die ein gutes Angebot und gute Fachkenntnis haben. Ich persönlich bevorzuge einen Besuch bei einem Züchter oder besuche die Fischbörsen, auf denen Aquarianer ihren Fischnachwuchs abgeben. Hierfür habe ich im wesentlichen folgende Gründe:

  • Die Auswahl der Arten ist sehr groß, im Fachhandel leider begrenzt.
  • Die im Fachhandel angebotenen Tiere sind in der Regel noch sehr jung. So werden oft nur die Arten angeboten die schon früh "Farbe" haben, bei denen das Geschlecht aber noch nicht bestimmt werden kann und über deren Endgrösse keine Angaben gemacht werden.
  • Der Züchter der sich intensiv mit seinen Tieren beschäftigt, kennt das Verhalten und die Bedürfnisse der von Ihm gehaltenen Arten und gibt diese gerne an den interessierten Aquarianer weiter.

Mein Tipp:
  • Kaufen Sie nicht übereilt. Besuchen sie die regelmäßig stattfinden Fischbörsen der Aquarienvereine und schauen sich dort um, welche Arten in Ihrer Region zu bekommen sind.
  • Stellen Sie danach, unter Berücksichtigung der Ansprüche und des sozialen Verhaltens der Fische Ihre Wunschliste auf. Die Auswahl an Arten ist groß und die Fische werden sehr alt. Eine Entscheidung für eine bestimmte Art ist schwer rückgängig zu machen.
  • Diese Seiten sollen Ihnen dabei eine kleine Hilfestellung geben.